Konzept

esCor – AWO Begleitdienste in Abschiedszeiten e.V.

Allgemein
esCor
Organisation
Ziele
Zielgruppe
Aufgaben
Mitarbeiter
Finanzierung
Perspektive

  1. Allgemein

Von etwas Abschied nehmen zu müssen ist in der Regel mit Trauer, Verlust und Schmerz verbunden. Daher möchte niemand gerne etwas damit zu tun haben. Und schon gar nicht, wenn der Abschied auch noch mit dem Sterben und dem Tod eines (nahestehenden) Menschen im Zusammenhang steht.

Dennoch – Sterben, Tod und Trauer ist als untrennbarer Teil mit dem Leben verbunden. Deshalb möchte „esCor e.V.” aktiv dazu beitragen, dass dieser Lebensabschnitt in unserer Gesellschaft wieder einen Platz findet und nicht mehr als Tabuthema behandelt wird.

  1. esCor – AWO Begleitdienste in Abschiedszeiten e.V.

„esCor – AWO Begleitdienste in Abschiedszeiten e.V.” ist gemeinnützig tätig und wird die begonnene Arbeit der Genossenschaft fortführen und weiter ausbauen.

Im Einzugsgebiet des AWO Bezirksverbands Niederrhein e.V. möchte „esCor e.V.” Angebote und Aktivitäten anbieten, die zur Enttabuisierung des Themas beitragen und Menschen darin unterstützen, auch den letzen Lebensabschnitt möglichst selbstbestimmt gestalten zu können. Dabei steht der Mensch stets im Mittelpunkt.

In enger Zusammenarbeit mit den AWO - Einrichtungen - und Gliederungen bietet „esCor e.V.” Informationen und Beratung zur Vorsorge, Betreuung, Pflege, zum Sterben, zu Tod und Trauer an und vermittelt dort, wo weitere Hilfen und Unterstützung erforderlich sind. Darüber hinaus übernimmt „esCor e.V.” die Schulung, Unterstützung und Begleitung ehrenamtlicher und hauptamtlicher Mitarbeiter und setzt sich für die Förderung der Palliativ-Medizin und Schmerztherapie sowie für die Verbreitung der Patentenverfügung ein.

Die Angebote setzten frühzeitig an und reichen mit Gesprächskreisen für Trauernde sowie organisierte Gedenkfeiern über den Tod hinaus. „esCor e.V.” möchte über die klassische Hospizarbeit hinaus tätig werden.

Unter dieser Prämisse sollen im Regierungsbezirk Düsseldorf Strukturen der AWO Begleitdienste in Abschiedszeiten aufgebaut werden.

„esCor e.V.” ist weltanschaulich neutral und steht allen Bevölkerungsschichten offen. Es ist das Ziel, eine Kultur des Abschiedsnehmens zu schaffen, die alte und neue Traditionen gleichermaßen berücksichtigen. Auch nicht christlich gebundene Menschen soll ein würdevoller Umgang mit dem Sterben ermöglicht werden. „esCor e.V.”, das bedeutet; ein fester Halt und die Möglichkeit, schon heute ruhiger und gelassener mit dem Gedanken an die Zeit des Abschiednehmens umzugehen.

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  1. Organisationsstruktur

„esCor e.V.” wurde als Organisationsform gewählt, um gemeinsam mit Mitgliedern, ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern eine Kultur des Abschiednehmens am Niederrhein zu schaffen.

Vereinsmitglieder können sowohl Einzelpersonen als auch Einrichtungen und Institutionen der sozialen Arbeit werden. Sie gestalten gemeinsam die Vereinsarbeit und tragen aktiv (oder als Fördermitglied) zur Umsetzung der Idee bei.

Darüber hinaus erhalten sie Informationen über aktuelle Entwicklungen und Diskussionen rund um das Thema. Bei Bedarf stehen die esCor-Mitarbeiter für individuelle Beratung und Unterstützung in Fragen zur Vorsorge, Betreuung und Begleitung in Abschiedszeiten zur Verfügung.

Die Mitgliederversammlung beschließt über alle Vereinsangelegenheiten und wählt den Vorstand, der die Aufgaben des Vereins wahrnimmt und dafür die Verantwortung trägt.

Gleichzeitig möchte „esCor e.V.” professionell tätig werden. Um dieses zu ermöglichen können öffentliche Mittel und Zuschüsse beantragt, leistungsorientierte Angebote entwickelt und hauptamtliches Personal eingestellt werden. Zur Unterstützung der Arbeit sollen ehrenamtliche Mitarbeiter gewonnen werden, die nicht zwangsläufig Vereinsmitglied sein müssen.

„esCor e.V.” tritt für eine aktive Vereinsarbeit ein, und möchte damit viele Mitglieder für die „gemeinsame Sache” gewinnen.

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  1. Ziele

„esCor e.V.” hat das Ziel die Hospizarbeit zu fördern und zu unterstützen und die Gesellschaft wieder für das Thema Sterben, Tod und Trauer zu sensibilisieren.

Im Einzelnen wird das Ziel verfolgt:

  • Strukturen der Abschiedskultur am Niederrhein aufzubauen
  • Menschen in Abschiedszeiten zu unterstützen und zu begleiten
  • Angehörige, Freunde und Nachbarn in schwierigen Zeiten zu begleiten und zu entlasten
  • die Idee in den AWO Einrichtungen zu etablieren und damit zur Qualitätssicherung der Arbeit beizutragen
  • ein Netzwerk zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen, haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern aufzubauen
  • die ehrenamtliche Arbeit in dem Bereich zu stärken
  • bei AWO – Untergliederungen, Einrichtungen und Institutionen Mitglieder zu gewinnen
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  1. Zielgruppe

„esCor e.V.” möchte mit seinen Angeboten und Aktivitäten ganz allgemein die Menschen erreichen, die Unterstützung und Hilfe für die eigene Vorsorge oder in Abschiedszeiten benötigen. Insbesondere richtet sich das Angebot an:

  • Sterbende und ihre Angehörigen
  • demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen
  • hauptamtliche Mitarbeiter aus dem Bereich der ambulanten und stationären Altenpflege
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  1. Aufgaben

6.1 Seminar- und Bildungsarbeit

Die Seminar- und Schulungsangebote richten sich insbesondere an die hauptamtlichen Mitarbeiter aus dem Pflegebereich. Es handelt sich dabei um Basis- und Aufbauseminare, die sich mit der Situation Sterbender und dem eigenen Umgang in der Pflegesituation auseinandersetzen.

Weitere Bildungsangebote gibt es zu unterschiedlichsten Themen in Form von Tages- und Halbtagsseminaren sowie Vorträgen.

Für die Schulung von ehrenamtlichen Hospizhelfern wurden eigene Seminare konzipiert, die ebenfalls innerhalb der AWO und für andere Träger angeboten werden.

Darüber hinaus sollen in regelmäßigen Abständen Fachtagungen und Veranstaltungen organisiert und durchgeführt werden.

6.2 Beratungsarbeit

Das Beratungs- und Informationsangebot richtet sich an die Mitglieder, Einzelpersonen und an ehrenamtliche Mitarbeiter sowie an Einrichtungen und Institutionen.

Mit Unterstützung von ehrenamtlichen Mitarbeitern ist der Aufbau eines Beratungsnetzes geplant. Sie sollen insbesondere im Bereich der Vorsorgevollmachten geschult werden, um u.a. in Seniorenbegegnungsstätten und Ortsvereinen Beratungsstunden anbieten zu können.

Hauptamtliche Mitarbeiter von „esCor e.V.” übernehmen die Einsatzkoordination der ehrenamtlichen Mitarbeiter und unterstützen und begleiten sie in ihren Aktivitäten. Darüber hinaus sind sie zuständig für die Beratung von Mitarbeitern in sozialen Einrichtungen.

6.3 Angehörigenarbeit

Besonderen Unterstützungsbedarf in Abschiedszeiten haben pflegende Angehörige. In enger Zusammenarbeit mit stationären und ambulanten Einrichtungen der Altenhilfe sollen Informationsabende durchgeführt werden. Bei Bedarf erfolgt eine Einzelberatung.

Perspektivisch ist geplant, Trauergesprächsgruppen für Angehörige aufzubauen.

6.4 Trauerkultur

„esCor e.V.” möchte ambulante und stationäre Einrichtungen der Altenhilfe im Aufbau und in der Durchführung einer Trauerkultur unterstützen. Hierfür wurden Fortbildungsangebote entwickelt. Mitarbeiter übernehmen vor Ort die Beratung und bei Bedarf die Gestaltung von Räumen oder Trauerfeiern.

An unterschiedlichen Orten möchte esCor Trauercafes als offene Treffpunkte aufbauen. Hier können sich Menschen, die um einen Angehörigen, Freund, Bekannten trauern oder sich in einer Abschiedsphase befinden treffen. Sie finden einen geschützten Ort, an dem sie offen reden können, über alles was sie belastet und bedrückt. Durch einfühlsame Anleitung wird versucht, jedem in seiner Trauer weiterzuhelfen.

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6.5 Projektarbeit

Projektarbeit ist ein wichtiger Aufgabenschwerpunkt zur inhaltlichen Weiterentwicklung und zum kontinuierlichem Aufbau von „esCor e.V.” und dient der finanziellen Absicherung der Arbeit.

Abschiedszeiten, Sterben, Tod und Trauer sind nicht nur Themen innerhalb der Altenhilfe, sondern auch – mit einem anderem Stellenwert – in der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe sowie der Migration.

Daher wird „esCor e.V.” für die unterschiedlichen Bereiche Projekte entwickeln, beantragen und durchführen. Mit der inhaltlichen Arbeit ist das Ziel verbunden Einrichtungen und/oder deren Besucher als Vereinsmitglieder zu gewinnen.

6.6 Kooperation / Zusammenarbeit

„esCor e.V.” kann und will nicht isoliert tätig werden. Daher sind Kooperationen mit anderen Institutionen, Einrichtungen und Trägern unabdingbar. Eine enge Zusammenarbeit ist u.a. anzustreben mit:

  • AWO-Gliederungen
  • Sozialstationen und Seniorenzentren
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • Kindergärten
  • anderen Hospizvereinen
  • Betreuungsvereinen
  • Schwangerschaftsberatungsstellen

6.7 Öffentlichkeitsarbeit

Marketing sowie regelmäßige, kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit sowohl intern als auch extern fördert den Bekanntheitsgrad von „esCor e.V.”, trägt zu Mitglieder- und Sponsorengewinnung bei und sichert perspektivisch die Angebote ab.

Öffentlichkeitsarbeit ist mehr als Pressearbeit. Sie beinhaltet die Gestaltung und Verteilung von Informationsmaterial, die Teilnahme der Mitarbeiter an öffentlichen Aktivitäten, die Informationskultur der Vereinsmitglieder sowie die Beschriftung von Fahrzeugen und Wegweisern.

Öffentlichkeitsarbeit braucht Highlights durch besondere Veranstaltungen und Aktivitäten.

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  1. Mitarbeiter

Die umfangreichen Ziele und vielfältigen Aufgaben von „esCor e.V.” können nicht ausschließlich über Ehrenamtlichkeit der Vereinsmitglieder und weiterer ehrenamtlicher Mitarbeiter umgesetzt werden. Nur durch ein gemeinsames Engagement von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern ist eine fachliche und kontinuierliche Arbeit sicher zu stellen.

7.1 Hauptamtliche Mitarbeiter

Perspektivisch sollte für die esCor Arbeit ein multiprofessionelles Team tätig werden. Dabei sind unterschiedliche Qualifikationen aus den Bereichen Sozialarbeit/ Sozialpädagogik und Pflege mit entsprechenden Erfahrungen der unterschiedlichen Arbeitsgebiete zu berücksichtigen.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter sind zuständig für die konzeptionellen Aufgaben und führen die Bildungs- und Beratungsarbeit durch. Sie übernehmen die Gewinnung, Schulung und Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeiter und koordinieren deren Einsätze.

Darüber hinaus sind Mitarbeiter für Verwaltung und Geschäftsführung anzustreben.

7.2 Ehrenamtliche Mitarbeiter

Die Rolle und Funktion der ehrenamtlichen Mitarbeiter ist innerhalb des Konzeptes ein wesentliches Element und trägt entscheidend zum Gelingen einer anderen Abschiedskultur bei.

Zur Sicherstellung eines konstruktiven Miteinanders sind die Interessen und Bedürfnisse der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu berücksichtigen. Sie bestimmen ihren zeitlichen Rahmen und ihre Einsatzgebiete selbst.

Eine Vereinsmitgliedschaft der ehrenamtlichen Mitarbeiter ist wünschenswert aber nicht Pflicht.

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  1. Finanzierung

Die Sicherstellung der Refinanzierung bestimmt Art und Umfang des esCor – Engagements sowie den Einsatz hauptamtlichen Personals.

Die Finanzierung des Vereins erfolgt durch:

  • Mitgliedsbeiträge der Einzelpersonen, Einrichtungen und Institutionen
  • Spenden durch Einzelpersonen, Einrichtungen, Firmen, Kooperationspartner
  • Zuschüsse für Projekte
  • Öffentliche Förderungen durch erbrachte Leistungen, z.B. gemäß SGB V § 39a stationäre und ambulante Hospizleistungen oder nach dem Betreuungsgesetz
  • Einnahmen durch erbrachte Leistungen (Seminare, Beratungen zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügungen, Hinterlegungsmöglichkeit von Vorsorgevollmachten)
  • Verkauf eigener Publikationen

Die Aktivitäten und Angebote von „esCor e.V.” sollen dahin gehend entwickelt werden die Finanzierung unabhängig von Projektmitteln sicherstellen zu können.

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  1. Perspektive

„esCor e.V.” hat Zukunft und kann an die bisherige Arbeit und den Bekanntheitsgrad von „esCor e.g.” anknüpfen.

Die öffentliche Diskussion um Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen, Ethikfragen und Sterbebegleitung fördern die Auseinandersetzung hinsichtlich des Themas Sterben, Tod und Trauer ebenso wie die Entwicklung im Gesundheitswesen durch Einführung der Fallpauschalen oder der Eigenbeteiligung an Kosten.

Pflegeheime entwickeln sich zunehmend mehr hin zu stationären Hospizen. Angehörige, Freunde und Nachbarn stehen im letzten Lebensabschnitt nicht immer als Unterstützung zur Verfügung oder fühlen sich überlastet.

Aufgrund dieser Entwicklung wird der Unterstützungsbedarf in diesem Bereich weiter steigen.

Politik, Krankenkassen und auch Stiftungen sehen Defizite in der Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen und wollen sich für eine hinreichende Finanzierung, die Stärkung des Ehrenamtes und der integrierten Versorgung einsetzen.

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Letzte Änderung: 14.01.2008 11:55