begleitung in der offenen und ambulanten Altenpflege
Möglichkeiten der Selbstbestimmung am Lebensende durch Patientenverfügungen oder Vorsorgevollmacht werden seit
einiger Zeit intensiver diskutiert. Dennoch ist die individuelle Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den
Themen Sterben, Tod und Trauer sehr zurückhaltend und weitgehend tabuisiert.
Von Juni 2001 Februar 2004 wurde in Münster das Modellprojekt „LIMITS selbstbestimmt leben menschlich sterben füreinander entscheiden” durchgeführt. Die dort entwickelten Konzepte sollen nun an zwei Standorten in NRW in der Praxis erprobt, überprüft und weiterentwickelt werden. Die Ergebnisse des Modellprojektes LIMITS wurden im Lit-Verlag veröffentlicht.
Das neue Projekt ist Träger übergreifend. Den Bereich der stationären Altenpflege übernimmt der AWO Bezirksverband OWL in Bielefeld und den Bereich der ambulanten Versorgung und Beratung übernimmt esCor - AWO Begleitdienste in Abschiedszeiten e.V. in Kooperation mit dem AWO Ortsverein Langenfeld für Langenfeld und Umgebung.
Das seit Sommer 2004 bestehende regelmäßiges Beratungsangebot zum Thema Vorsorge in der
Seniorenbegegnungsstätte, Solinger Straße 104, des AWO Ortsvereines Langenfeld wird in Zukunft weiter ausgebaut
werden. Durch eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer können verlässliche
Strukturen für Entscheidungen am Lebensende entwickelt werden, die letztendlich auch eine entsprechende
Versorgung in der letzten Lebensphase sicherstellen.
Für die individuelle Auseinandersetzung zur Vorsorge kann der AWO Vorsorgeordner hilfreich sein, der in Kooperation mit dem AWO Bezirksverband Niederrhein e.V. entwickelt wurde.
Darüber hinaus sind mit dem Projekt folgende Ziele verbunden:
- Menschen für das Thema Sterben, Tod und Trauer zu sensibilisieren und für ihre persönliche Vorsorge zu motivieren,
- sterbende Menschen und ihre Angehörigen zu unterstützen
- Hilfepotenziale im familiären oder informellen Netz zu stärken, aufzubauen und zu sichern,
- die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern (Schnittstellen der unterschiedlichen Angebote und Dienste),
- Möglichkeiten einer Trauerkultur zu schaffen.
- Beratungsangebote zum Thema Vorsorge für Interessierte aller Altersgruppen weiter auszubauen, ein besonderer Schwerpunkt liegt bei Angeboten für Senioren und pflegenden Angehörigen,
- Vorträge und Veranstaltungen,
- Beratung und Unterstützung in schwierigen ethischen Entscheidungssituationen und bei der Umsetzung von Verfügungen für alle Beteiligten (Betroffene, ihre Angehörigen, beteiligten Berufsgruppen, z.B. Pflegende, ärzte, Rettungsdienste, rechtliche Betreuer) anzubieten,
- Einführung von Methoden zur ethischen Fallbesprechung in den jeweiligen Zusammenhängen. Damit sollen in ethisch schwierigen Entscheidungssituationen angemessene Entscheidungen getroffen und diese von allen Beteiligten umgesetzt werden können,
- Förderung der Kooperations- und der Entscheidungskultur und damit einhergehende die Verbesserung der Schnittstellen zwischen allen Beteiligten (z.B. durch Fortbildungsangebote für die beteiligten Berufsgruppen und pflegende Angehörige),
- Entwicklung von übertragbaren Handlungsempfehlungen/ Leitlinien für die praktische Umsetzung und für die weitere Verbreitung.
Modellprojekt Sterbebegleitung in der offenen und ambulanten Altenpflege
Solinger Str. 103
40764 Langenfeld
Telefon: 02173-4993241
Telefax: 02173-929886
Öffnungszeiten:
Dienstag von 14:30 bis 17:00 Uhr
Mittwoch und Freitag von 9:30 bis 12:30 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung
Projektdauer
01. September 2006 - 31. August 2009
Gabriele Felder:
Sozialpädagogin und Krankenschwester, Hospizfachkraft mit Palliative Care Ausbildung: Projektkoordinatorin und Ansprechpartnerin für Fortbildung, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern.
Jutta Eckerkunst:
Ansprechpartnerin für Beratungstermine und an ehrenamtlicher Arbeit Interessierte.
Thomas Müller:
Altenpflege mit Palliative Care Ausbildung: Ansprechpartner für persönliche Beratung, Fortbildung,
Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten.
Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes erfolgt über:
Dr. phil. Arnd T. May vom Zentrum für
Medizinische Ethik Bochum.
