Der AWO Vorsorgeordner - Was wirklich wichtig ist

Fallbeispiele
Fallbeispiel 1

Frieda M. (82 Jahre) lebt seit 12 Jahren im Betreuten Wohnen der AWO. Da sie nicht mehr ganz so gut laufen kann, ist sie froh über den Fahrstuhl im Haus und über das Essen auf Rädern, welches von einem Zivi jeden Mittag gebracht wird. Nachdem sie viele Jahre ihren Mann gepflegt hat, hat sie jetzt selbst einige Beschwerden.

Ihre Tochter Anneliese kommt regelmäßig vorbei und hilft ein bisschen im Haushalt. Eines Tages kommt die Tochter in die Wohnung und ihre Mutter liegt auf dem Sofa und ihr ist schwindelig. Die Tochter ruft den Notarzt, der die Mutter sofort ins Krankenhaus einweist. Anneliese fährt mit ins Krankenhaus. Dort werden viele Fragen gestellt:

  • Wo ist ihre Mutter versichert?
  • Hat sie eine Zusatzversicherung?
  • Welche Medikamente nimmt ihre Mutter?
  • Wann ist sie das letzte Mal geröntgt worden?
  • Hat sie irgendwelche Allergien?
  • Hat Ihre Mutter eine Patientenverfügung?


Fallbeispiel 2

Michael T. (38 Jahre) ist beruflich viel unterwegs und lebt mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern in einem Ort am Niederrhein. Bei einer Dienstreise nach Süddeutschland hat er einen Verkehrsunfall, muss in Krankenhaus und ist für einige Zeit kaum in der Lage zu sprechen. Seine Frau kann wg. der Kinder nicht zu ihm reisen und muss nun viele Fragen aus der Ferne beantworten:

  • Hat ihr Mann eine Zusatzkrankenversicherung?
  • Wer ist der Ansprechpartner beim Arbeitgeber?
  • Wo ist der Wagen versichert?

Und selbst braucht sie Informationen zu den Bankangelegenheiten und Finanzen, da sich ihr Mann sonst immer darum gekümmert hat.

Vorsorge treffen mitten im Leben?

Diese und ähnliche Situationen waren der Auslöser dafür, den AWO-Vorsorgeordner zu entwickeln. In frühen Zeiten war es Brauch, dass der einzelne sich in Verlust- und Übergangszeiten durch Großfamilie, Nachbarschaft, Kirche oder Traditionsverband aufgefangen wusste. Dieses ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich.

Viele der alten Traditionen und Bräuche sind in Vergessenheit geraten, Lebensweisen haben sich verändert. Und immer wieder stellen wir fest, dass wir Krisen, Krankheit, Älterwerden, Sterben, Tod und Trauer nicht selbstverständlich in unser Leben einbeziehen. Das hat zur Folge, dass wir heute nicht mehr die Gewissheit haben, das da jemand ist, der in Abschiedszeiten das Richtige für uns tut.

Besonders bewusst wird dies in persönlichen Krisenzeiten oder wenn wir von Menschen hören, die ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr zum Ausdruck bringen können und Gerichte oder Angehörige für sie entscheiden (müssen).

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Letzte Änderung: 14.01.2008 11:47